Epochen der Architektur in Deutschland

Als zentral in Europa gelegenes Land ist die Bundesrepublik zugleich Heimstatt für viele architektonisch wertvolle Areale und Bauten. Das gilt genauso für die Epochen der Baugeschichte selbst, deren Historie sich vom Altertum bis in die heutige Postmoderne erstreckt und die für jene reiche Vielfalt auf dem Land und in den Städten sorgen. Für die Besichtigung finden sich Rundfahren, spezielle Reiserouten und mehr, wobei natürlich jeder an Architektur Interessierte eigene Touren erstellen kann. Die Region kann dabei wichtig seyn, muss es aber nicht und mit Sicherheit findet jeder Hobbybaumeister ungemein pittoreske wie spektakuläre Motive.

Neuschwanstein

Antike und Mittelalter

Wer chronologisch vorgehen möchte, kann beispielsweise bei den Bauten der Römer wie etwa der Porta Nigra in Trier beginnen. Das einstige Weltreich der Antike beherrschte große Teile des heutigen Deutschlands und brachte wichtige Impulse wie verglaste Fenster und Heizungsanlagen in die Region. Von Kastellen über Brücken bis hin zum berühmten Amphitheater ist alles vorhanden. Allerdings sind die meisten – in der Regel zur damaligen Zeit auch hölzernen – Zeugen bereits wieder verschwunden wie etwa der Limes und die Germanen selbst haben viel weniger historische Bauten hinterlassen.

Richtig intensiv wurde dazu im Mittelalter in Deutschland gebaut. Das betrifft natürlich die berühmten Dome in Köln, Freiburg oder Speyer, aber auch Burgen und Schlössen sind aus dieser Zeit bestehen geblieben. Romanik wie Gotik als typische Bauweisen sind überall präsent und schon eine Tour allein entlang der vielen Kirchen in Deutschland ist lohnenswert. Dazu finden sich Kloster und Abteien, aber auch reiche mittelalterliche Straßenzüge etwa in Nürnberg und der Besucher geht auf eine Zeitreise zwischen Münster und Wehrmauer.

Moderne Baukunst von Weltgeltung

Springen vom Mittelalter gleich mal in die Moderne, auch wenn natürlich Barock und Co in Städten wie Dresden oder Potsdam ungemein beeindruckende Bauten hinterlassen haben. Die Moderne ist für Deutschland eine sehr wichtige Architektur Epoche, die freilich von den Nationalsozialisten unterbrochen und oft genug auch nicht gerade sonderlich zielführend gewesen seyn mag. Ein gutes Beispiel dafür ist etwa die Gropius Stadt in Berlin, wo sicher ein nettes Quartier geplant, doch am Ende eine Art Ghetto für ärmere Bevölkerungsschichten geschaffen wurde.

Zwischen Bauten für die Industrie und sich stets abgrenzend zum Historismus des 19. Jahrhunderts entstanden Bauhaus, Funktionalismus und die sogenannte Klassische Moderne. Namen wie Gropius, Mies van der Rohe, Höger und Behrens sind nur einige der Baumeister, die hierzulande Trends und gigantische Innovationen schufen. Bekannte Stätten für deren Wirken sind zum Beispiel die Zeche Zollverein, die Berliner Hufeisensiedlung oder auch verschiedene Sendetürme, die damals zu den höchsten der Welt gehörten.